Trau dich – es geht viel mehr als du denkst!

Heike lachend mit ihrem Blasrohr im Rollstuhl

Wie Heike im Blasrohrsport echte Inklusion und neue Energie findet

Heike hat in ihrem Leben schon viel erlebt: Als ehemalige Diplomierte Krankenschwester kennt sie den medizinischen Alltag, als jahrelange Para-Leistungssportlerin die Höhen und Tiefen des harten Wettkampfes. Heute nutzt sie täglich den Rollstuhl, bringt sich ehrenamtlich ein und zeigt als staatliche Diplom-Trainerin, wie viel Kraft in gesunder Bewegung steckt.

Aktiv mitten im Leben – trotz Barrieren

Wer glaubt, ein Leben im Rollstuhl bremse aus, kennt Heike nicht. Neben Haus und Garten engagiert sie sich mit großer Leidenschaft für die Gemeinschaft – unter anderem als Lesepatin in der Volksschule und als Trainerin und Beraterin im Sport für Menschen mit und ohne Behinderung.

Selbstbestimmung ist für sie dabei der Grundpfeiler des Lebens. Dementsprechend klar blickt sie auf die Barrieren im Alltag:

„Es gibt so viele Barrieren. Oft wundere ich mich warum, denn viele wären ganz einfach lösbar – wenn das Gegenüber zuhören würde und sich Zeit nähme, brauchbare Lösungen gemeinsam zu finden.“

Die Entdeckung des Blasrohrsports: Inklusion ohne Wenn und Aber

Über den BFA (Blasrohrsport für Alle) stieß Heike auf den Blasrohrsport. Dass dieser im Sitzen funktioniert, war ihr schnell klar. Doch sie war skeptisch, wie gut die Sportart für Menschen umsetzbar ist, die Einschränkungen bei der Atmung oder in den Armen haben.

Obwohl Heike selbst ohne Stativ schießt, hat sie die Hilfsmittel ausprobiert und ist begeistert:

„Es ist genial, wie einfach geholfen wird, wenn keine oder zu wenig Kraft in den Armen da ist.“

Heute beschreibt sie das Blasrohrschießen als eine der wenigen Sportarten, die Barrierefreiheit nicht nur versprechen, sondern wirklich leben:

„Blasrohrschießen ist die erste Sportart für mich, die wirklich Inklusion lebt, weil es einfach jeder machen kann! Bei den Events war die Jüngste 4 und der Älteste 84 Jahre alt. Neben Nichtbehinderten waren Blinde, Gehörlose sowie Menschen mit körperlicher oder geistiger Einschränkung dabei. Alle waren erstaunt, dass sie es können – und alle hatten Spaß.“

Vom Leistungssport zur echten Freude am Tun

Nach vielen Jahren im internationalen Para-Leistungssport hat Heike einen gesunden Blick auf den Sport gewonnen. Früher ging es oft nur um den Vergleich mit anderen – teils auf Kosten der eigenen Gesundheit. Heute steht der eigene Körper und die Freude am gemeinsamen Tun im Vordergrund.

Wenn der Pfeil ins Schwarze trifft, geht ein einfaches, aber starkes Gefühl durch ihren Körper: „Das habe ich und mein Körper jetzt super gut gemacht!“

Beim Training schätzt sie vor allem den Austausch mit den anderen. Spaß hat für sie Vorrang – denn dann kommt der Ehrgeiz von ganz alleine.

Heikes Botschaft an dich

Für alle Menschen mit oder ohne Behinderung, die noch zögern, eine neue Sportart auszuprobieren, hat Heike einen einfachen und kraftvollen Mutmacher parat:

„Trau dich es zu probieren. Es geht viel mehr als du denkst!“

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